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Kurzfilmserie "Eddi Airways"

Die Filmgruppe der Kreativwerkstatt „barner 16“, eine behütete Werkstatt der Alsterdorfer Stiftung, versucht sich an einem neuen Format. 19 Folgen um einen „schrägen Vogel“, der in Bedrängnis geraten Rat bei meist Ratlosen sucht, sind schon auf YoutTube. Hörmann fördert das Projekt.

Kurzfilmserie - "Eddi Airways"

Die Filmgruppe der Kreativwerkstatt „barner 16“, eine behütete Werkstatt der Alsterdorfer Stiftung, versucht sich an einem neuen Format. 19 Folgen um einen „schrägen Vogel“, der in Bedrängnis geraten Rat bei meist Ratlosen sucht, sind schon auf YoutTube. Hörmann fördert das Projekt.

Die Schauspieler und Mitarbeiter (Christian Hebel, Jan Thibout, Maik Winter, Heidi Fischer) der Serie gelten als Menschen mit geistiger Behinderung. Eddi Airways thematisiert Behinderung nicht, sagt der Moderator der Gruppe und Regisseur der Web-Serie Eike Swoboda. In den Kommentaren der Freunde, die „Eddi“ bisher im Internet gefunden hat, wird sie nie angesprochen. Sie verschafft dem Spiel der Truppe jene vierte Dimension der Wunderlichkeit, in die „Eddi“ seine Fans aus ihrem Alltag entführen möchte.

Hier geht es zur Kurzfilmserie

Evangelische Stiftung Alsterdorf, Hamburg: Kreativ-Werkstatt "BARNER 16"

Filmproduktion, das der Filmemacher Eike Swoboda leitet.

Hauptakteure – als Autoren und als Schauspieler – sind die Mitglieder der Werkstatt. Sie stellen sich nicht als Behinderte in den Mittelpunkt ihrer Projekte. Sie spielen und gestalten das Anderssein. Behinderung wird dadurch normal. Sie realisieren – wie "arte kompakt" im Juli 2011 treffend formulierte – keine Sozialprojekte sondern sind ein Kulturphänomen …

Die Arbeitsweise der Kreativ-Werkstatt, ist ein beispielhaftes Experiment, das weniger um die Probleme Behinderter als um deren eigene und eigentümliche Talente kreist. Die Hörmann-Gruppe fördert seit Jahren einzelne Projekte der Werkstatt.

2011 entsteht eine Reihe von Kurzfilme, die unter der Leitung der Filmemachers Eike Swoboda und Carl-John Hoffmann von und mit Mitgliedern der Kreativ-Werkstatt produziert werden. Sie erzählen die Geschichte von Eddi Airways, der es mit einer geheimnisvollen Vogelwelt zu tun bekommt.

Hier geht es zu "BARNER 16"

Eddi Airways. Die Web-Serie

Die ganze Serie anschauen können Sie hier

Eddi Airways. Das Konzept 

Eddi Airways ist eine interaktive Mystery-Web-Serie, die auf dem Internetportal YouTube verfolgt werden kann. Alle sieben bis vierzehn Tage geht eine neue Folge von jeweils einer bis vier Minuten Länge online.

Die Inszenierung folgt keinem Drehbuch, die Szenen entstehen maßgeblich durch Improvisation der Schauspieler. Stück für Stück werden immer neue Eckpfeiler aufgestellt, an denen sich die Geschichte „entlangspinnt“.

Diese Herangehensweise macht eine Arbeit ohne großes Filmteam möglich. Es gibt im Regelfall keine Ausstattung, kein Kostüm und keine Maske. Weiter erzielen wir durch direktes Improvisationsspiel vor der Kamera eine viel größere Leichtigkeit und Authentizität der Akteure, als es uns bei vorangegangenen Produktionen möglich war, in denen ein (zwar in enger Zusammenarbeit mit den Schauspielern erstelltes) Drehbuch als feste Vorlage diente.

Darüberhinaus bietet unser offenes Konzept die Möglichkeit, den Zuschauer – in unserem Fall hauptsächlich das Youtube-Publikum – aktiv ins Geschehen einzubinden. Wir werden beispielsweise an bestimmten Wendepunkten der Geschichte die User dazu auffordern, Vorschläge zum weiteren Verlauf der Handlung einzureichen und diese dann als Eckpfeiler für neue Improvisationen einsetzen.

So bleibt die Geschichte immer spannend für alle – denn selbst wir können nicht genau sagen, was als nächstes geschehen wird!

Darsteller: 
Jan Thibout, Maik Winter, Heidi Fischer, Christian Hebel

Konzept und Regie: 
Eike Swoboda und Carl-John Hoffmann

Nach Ideen von: 
Jan Thibout, Maik Winter, Eike Swoboda, Carl-John Hoffmann

Kamera und Schnitt: 
Eike Swoboda

Musik: 
KundeKönig, Maik Winter, Eike Swoboda

Produktion: 
alsterarbeit gemeinnützige GmbH / barner 16

Gefördert von der Hörmann KG und der Kulturbehörde Hamburg

Neues von Eddi

Über 16.000 User haben „Eddi Airways“, die interaktive Serie aus der Kreativwerkstatt „barner 16 bisher angeklickt. Eddi's  Facebook-Seite lässt nun hinter die Kulissen von Drehbuch und Dreh schauen. "Eddi", der Kurzspielfilm Teil I, ist fertig und kandidiert für Festivals.

Das Film-Projekt „Eddi Airways“ bleibt ein Unikum. Nicht nur weil sein Held – Folge für Folge - vor Vögeln davonläuft und trotz vieler Hinweise ratlos bleibt. „Eddi“ ist erdacht und gespielt von Menschen, denen Ratlosigkeit in der Regel zugetraut wird. Dass sie diese zu erfinden und zu spielen traut man ihnen eher nicht zu.Seine Geschichte erscheint bald als Kurzspielfilm und geht auf Festivalreise.

Neue in der Folge Dittmeyer (Siyavash Gharibi) – in der 16. Folge schon als Besitzer eines geheimnisvollen Paktes angekündigt. In Folge 21 kommt er bedrohlich auf Eddi zu. 

"Eddi" und das Besondere

Interview mit Filmemacher Eike Swoboda

Der Kultur-Kanal „arte“ lobt eurer Projekt „Eddi Airways“  und nennt es„…keine Sozialprojekt sondern ein Kulturphänomen…..“ Was kann damit gemeint sein?

Möglicherweise will „arte“ damit ausdrücken, dass bei den künstlerischen Projekten von „barner 16“ nicht der pädagogische Aspekt, sondern das Produkt, in unserem Fall die Mystery-Serie „Eddi Airways“ im Vordergrund steht. Es geht um die besonderen Fähigkeiten der Künstler, die zu oft hinter der „Behinderung“ verborgen bleiben. Aus diesem Grund findet man auch auf dem Youtube-Kanal von Eddi Airways keinen Hinweis darauf, dass dies ein Projekt mit Künstlern mit Handicaps ist. Die Behinderung soll nicht versteckt werden – sie spielt in diesem Projekt einfach keine Rolle.

„Eddi“ ist nun über Youtube und Facebook in der Welt. Was soll er da?

Eddi soll in erster Linie unterhalten. Die Serie ist viel mehr Kunstprojekt, als kommerziell angelegtes „Erfolgskonzept“. Durch das gewählte Genre wird er länger nach seinem Publikum suchen müssen, als beispielsweise eine der heutzutage sehr angesagten Comedy-Serien.

Was kann er erreichen, wenn die Story mal Freunde gefunden hat?

Wenn die Serie erst mal ihren Pool an treuen Zuschauern gefunden hat, kann sie sicher als Beispiel dienen für andere, die vielleicht genau so etwas schon immer mal ausprobieren wollten, aber nie so recht wussten, wie sie es angehen sollten oder ob es sich lohnen würde.
So könnte Eddi gewissermaßen für mehr „Mut“ und „Wagnis“ für Künstler kämpfen, für die ihr Handicap eine Mauer im Kopf darstellt, die sie davon abhält, sich endlich mal zu trauen!

Wie sähe ein richtiger Erfolg von „Eddi“ im Internet eigentlich aus?

Zum Einen eine große Zuschauerzahl, zum Anderen wäre es natürlich toll, wenn plötzlich auch andere Formate dieser Art auftauchen würden. 

„Eddie“ lebt von der Phantasie von Menschen, die geistig behindert sind. Richtig?

„Eddi“ lebt von der Fantasie aller beteiligten Künstler dieses Projekts. Manche von ihnen Tragen diese Bezeichnung mit sich herum – stimmt!

Sieht man das „Eddi“ eigentlich an?

Das ist schwer zu beantworten von jemandem, der sich über so etwas im Grunde keinerlei Gedanken macht, weil es für seine Arbeit nicht von Bedeutung ist...

Wäre es nicht besser, „Eddi“ erklärte sich zum „Sozialprojekt“. Man könnte dann eher sagen: Ist ja toll, was Leute wie ihr hinkriegt.

Wie schon oben beschrieben würden die meisten Zuschauer dem Geschehen dann mit völlig anderen Augen folgen, was dem Verständnis der Story, so wie sie von uns angelegt ist, nicht zuträglich wäre. „Behinderung“ ist nicht Thema von Eddi Airways und würde nur unnötig ablenken. Also ganz kurz: Nein!