Resilienz und Dauerhaftigkeit
Kritische Infrastruktur basiert auf vielen Faktoren – Produktqualität ist einer davon. Svenja Kulbrock verantwortet bei Hörmann das Thema KRITIS und bringt diese Perspektive ein.
Welche Rolle spielt Zuverlässigkeit im Feuerwehralltag?
Zuverlässigkeit ist im Feuerwehralltag essenziell. Feuerwehren müssen jederzeit einsatzbereit sein – unabhängig von äußeren Einflüssen oder Ausnahmesituationen. Einsätze sind hochgradig zeitkritisch, jede Verzögerung hat potenziell direkte Auswirkungen auf Menschenleben und Sachwerte. Deshalb muss die gesamte Einsatzkette jederzeit funktionieren – vom Alarm bis zum Ausrücken.
Was bedeutet das konkret für die Anforderungen an Tore?
Feuerwehrtore sind ein zentraler Bestandteil der Einsatzkette. Sie ermöglichen das schnelle und reibungslose Ausfahren von Einsatzfahrzeugen und deshalb muss die Funktionalität unter allen Umständen gewährleistet sein. Auch bei einem Stromausfall. Sollte der eintreten, muss das Tor über eine Notbedienung geöffnet werden können. Gleichzeitig erfüllen Tore eine wichtige Schutzfunktion: Sie sichern Fahrzeuge, Technik und Ausrüstung und tragen damit zur dauerhaften Einsatzbereitschaft bei.
Wie wird eine dauerhafte Funktionssicherheit von Toren in Feuerwehrgebäuden sichergestellt?
Die Funktionssicherheit von Feuerwehrtoren beruht auf dem Zusammenspiel aus hochwertiger Produktqualität, zuverlässiger Technik und regelmäßigem Service. Tore müssen von Anfang an für den anspruchsvollen Einsatz ausgelegt sein und Prüfungen sowie Zertifizierungen nach geltenden Normen durchlaufen. Ebenso entscheidend sind robuste, störungsfrei arbeitende Antriebe im täglichen Betrieb. Ergänzend sorgen mindestens jährliche Prüfungen und Wartungen dafür, dass Antrieb, Notbedienung, Sicherheitsfunktionen und der technische Zustand dauerhaft erhalten bleiben.
Was verbirgt sich in diesem Zusammenhang hinter KRITIS?
KRITIS steht für kritische Infrastrukturen, also Einrichtungen und Organisationen, die für das Funktionieren von Staat und Gesellschaft unverzichtbar sind. Fällt eine dieser Strukturen aus oder wird beeinträchtigt, kann das direkte Auswirkungen auf Sicherheit und Versorgung haben. Kritische Infrastrukturen sind vielfältigen Gefahren ausgesetzt – von alltäglichen Störungen und technischen Defekten über gezielte Angriffe wie Sabotage bis hin zu Naturereignissen.
Können Sie uns kurz das KRITIS-Dachgesetz erläutern?
Das KRITIS-Dachgesetz ist ein bundesweites Gesetz zur Stärkung der Resilienz kritischer Infrastrukturen. Ziel ist es, kritische Anlagen besser gegen physische Bedrohungen wie Naturkatastrophen, Sabotage, Terrorismus oder hybride Angriffe – das heißt eine Kombination aus digitaler Attacke mit physischem Angriff – zu schützen. Das Gesetz schafft erstmals einen einheitlichen, sektorübergreifenden Rechtsrahmen für den Schutz kritischer Infrastrukturen.
Welche Pflichten ergeben sich dadurch auf Betreiberseite?
Betreiber kritischer Anlagen sind gemäß §13 verpflichtet, geeignete Maßnahmen zur Sicherstellung der Resilienz zu ergreifen. Diese reichen von der Vorbeugung von Vorfällen und einem angemessenen physischen Schutz über die Bewältigung und Abwehr von Störungen bis hin zur Begrenzung ihrer Auswirkungen. Ebenso zentral ist die schnelle Wiederherstellung der kritischen Dienstleistung nach einem Vorfall.
Wie unterstützt Hörmann bei planerischen Fragen rund um KRITIS?
Hörmann richtet sich aktuell strategisch auf das Themenfeld KRITIS aus und baut dafür schrittweise ein spezialisiertes Key Account Management für kritische Infrastrukturen auf. Gerade vor dem Hintergrund neuer gesetzlicher Anforderungen wächst der Bedarf an fundierter Orientierung und Beratung. Parallel dazu wird das KRITIS-Thema innerhalb der Hörmann Gruppe systematisch weiterentwickelt, um Know-how aufzubauen und langfristig eine hohe Beratungskompetenz über alle relevanten Bereiche hinweg sicherzustellen.
Welche Vorteile ergeben sich daraus für Architekten?
Ein wesentlicher Vorteil liegt darin, dass Hörmann als Hersteller nicht nur die Bauelemente liefert, sondern auch Service, Prüfung und Wartung übernimmt – alles aus einer Hand. Das schafft Planungssicherheit bereits in frühen Projektphasen, weil Architekten und Fachplaner den langfristig sicheren Betrieb der Bauelemente von Anfang an mitdenken können.