Hörmann engagiert sich seit Jahren im Bereich Nachhaltigkeit. Ein zentrales Bestreben liegt darin, den CO2-Ausstoß stetig zu verringern. Deshalb setzt das Familienunternehmen gezielt auf die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft. Innovative Ansätze wie das Lamellenrecycling und das zweite Leben für Mineralwollverschnitt sind dabei beispielhaft für die fortlaufenden Investitionen in ressourcenschonende Lösungen. Ziel ist es, Materialien möglichst lange im Kreislauf zu halten – das schont die Umwelt, fördert zukunftsweisende Entwicklungen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit von Hörmann.
Lamellenrecycling
Stahl und Polyurethan (PU) sind ein echtes Dreamteam, wenn es um die Wärmeisolierung von Toren geht: Fest miteinander verbunden, sorgen sie viele Jahre lang für beste Dämmwerte. Doch hat ein Tor seine Lebensdauer erreicht, verhinderte bisher gerade diese feste Verbindung die Rückkehr der Materialien in den Wertstoffkreislauf. Bei Hörmann ist das inzwischen anders: Der Handel liefert die Lamellen an das Unternehmen zurück. In einem Werk zerlegt eine eigens entwickelte Recycling-Anlage die geschäumten Lamellen ausgedienter Tore sauber in ihre Bestandteile, sodass diese dem Wertstoffkreislauf wieder zugeführt werden können – ganz im Sinne des Cradle-to-Cradle-Prinzips. Auch das Ausschussmaterial aus der Produktion, das zum Beispiel bei Farbwechseln entsteht, wird in die Anlagen gegeben. Während dann der Stahl in bestehende Recyclingprozesse fließt, hat Hörmann beim PU-Schaum neue Wege beschritten. Er wird – vereinfacht gesagt – zu Briketts verarbeitet und an den Lieferanten zurückgegeben. Dieser nutzt das Material zur Herstellung von Polyol, dem Grundstoff für neuen PU-Schaum. Das Recycling-Polyol wird zurzeit mit einem Anteil von rund 10 Prozent bei der Produktion neuen PU-Schaums eingesetzt, perspektivisch sind bis zu 20 Prozent möglich.
Second Life für Mineralwollverschnitt
Früher landete der Mineralwollverschnitt, der zum Beispiel bei der Produktion von wärmegedämmten Türen anfällt, im Müll. Heute verhilft Hörmann ihm zu einem zweiten Leben: als Einblasdämmung oder Isolierung für Kaminrohre – und das ohne zusätzlichen Energieeinsatz. Zuerst wurde die Logistik des Mineralwollverschnitts effizienter gestaltet: Der Verschnitt ist voluminös und nur wenig davon passt auf einen Lkw – der Transport würde hohe CO2-Emissionen verursachen. Die Lösung: eine optimierte Logistik. Durch den Einsatz von Selbstpresscontainern wurde das Transportgewicht von 2,9 auf 4,26 Tonnen erhöht. So sind weniger Fahrten notwendig. Eine weitere Investition, um die Logistik noch leistungsfähiger zu machen: In einer neuen Halle sorgt eine Kanalballenpresse nun für die optimale Komprimierung der Mineralwolle. Das Ergebnis: Jetzt sind 19,8 Tonnen Ladung pro Lkw möglich. Dadurch entstehen 85 Prozent weniger Transporte. Werke, bei denen nur wenig Mineralwollverschnitt anfällt, sammeln diesen in Big Packs und transportieren ihn so zum Lieferanten zurück. Dieser übernimmt das Recycling, und das Material bleibt als Rohstoff im Kreislauf erhalten. Dank der konsequenten Kreislaufwirtschaft bei Hörmann werden heute sämtliche Mineralwollreste wiederverwertet und der Transport deutlich optimiert – ein wichtiger Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und weniger CO2-Emissionen.