Der Bautypus Hochhaus und die Stadt Berlin – das ist eine knifflige Kombination. Während Frankfurt ganz gezielt an einer beeindruckenden Skyline arbeitet, ist die Lage in der Hauptstadt eher unübersichtlich. Berlin ist eine Stadt, die sich weder klar für hohe Häuser noch strikt dagegen entscheiden wollte. Stattdessen gilt ein konsequentes „ja, aber“.
Standort: Tamara-Danz-Str. 13, Berlin, DE
Architekt (Entwurf): BIG, Kopenhagen, DK
Architekt (Ausführung): AUKETT + HEESE, Berlin, DE
Fertigstellung: 2023
Hörmann Produkte: ShopRoller SR65-7 mit 7 mm Rundlochung, 2-geteilte Stahlumfassungszarge zum nachträglichen Einbau
Schörghuber Produkte: Schallschutztüren Rw = 37 dB mit verdeckter Aluminiumzarge Zeroline function, Feuchtraumtüren, Vollspantüren 1- und 2-flügelig
Seit Berlins Stadtbaurat James Hobrecht 1862 die berühmte Berliner Traufhöhe mit 22 Metern definierte, wurde diese zum Maß der Dinge im Berliner Städtebau. Ganz ohne Hochhäuser geht es in einer Metropole der Gegenwart aber dennoch nicht. Mit dem Berliner Hochhausleitbild von 2020 wurde (damals noch von einem rot-rot-grünen Senat) festgelegt, wo Ausnahmen möglich sein sollen – und vor allem: warum. Und hier beginnt die eigentliche Herausforderung. Denn Hochhäuser sollen in Berlin einen Mehrwert für die Allgemeinheit bieten, indem sie öffentlich zugänglich städtische Qualität haben. Zudem sollen sie das Umfeld nicht dominieren, sondern in den Kontext eingebunden sein. Und außerdem sollen sie auch noch in einem partizipativen Prozess unter Beteiligung der Bevölkerung entstehen. Entsprechend komplex sind die Genehmigungsprozesse. Dies galt unter „rot-rot-grün“. Seitdem in Berlin „schwarz-rot“ an der Macht ist, sieht die linke Tageszeitung taz die CDU dagegen schon „im Höhenrausch“.
Dominant
Egal, was Bjarke Ingels Group (BIG) 2017 als Sieger aus drei durch den Investor Edge geladenen Büros auch entworfen hätte: Ein Hochhaus, das seine Umgebung – wie im Leitbild des Senats gefordert – „nicht dominiert“, hat bislang noch niemand erfunden. Unter lauter Zwergen bleibt der Riese einfach sichtbar. Ab 100 Metern Höhe wird es schwierig, die Baumasse zu verstecken. Typologisch eng verwandt ist der „EDGE East Side“ in Friedrichshain mit dem BIG-Vorgängerbau „The Spiral“ in New York. Statt 314 Meter am Hudson River misst er in Berlin bescheidene 142 Meter – stellt damit aber fast alles andere in den Schatten, was die Stadt an hohen Häusern zu bieten hat. Nur der Estrel-Tower in Berlin wird mit 176 Metern höher.
Die spiralförmigen, vielfach unterbrochenen Fassaden sind dennoch sehr unterschiedlich. In New York sind sie eher elegant und mit weit in den Himmel getragenen Gärten bestückt. In Berlin entspricht die Gestaltung dagegen der offiziellen Forderung „rough & wild“. Denn dies wurde so schon 2004 von der Senatsverwaltung im Entwicklungsplan für Mediaspree und East Side Gallery in Friedrichshain als „berlin-typisch“ definiert – und bietet natürlich durchaus Raum für Interpretationen. Während die unteren Geschosse auf Ebene des erschließenden Platzes noch einen innenliegenden Baukörper definieren, beginnt darüber die Ebene der vorgehängten Spiral-Fassade, die sich wie eine Hülle um den Kern legt und nach oben entwickelt. Im Resultat entsteht die vom Senat geforderte „roughe“ Tektonik.
Smart
Der Grundriss ist ein Parallelogramm – der Erschließungskern bleibt dagegen ein Rechteck, in dem die doppelstöckigen Aufzüge in nur 20 Sekunden das 35. Obergeschoss erreichen. Ein öffentlich zugängliches Eingangsgeschoss ganz unten und ein ebenso öffentliches Restaurant mit Terrasse und Rundumblick ganz oben bieten den geforderten Mehrwert für die Allgemeinheit. Der Tower soll kein Elfenbeinturm sein, sondern eher ein „vertikaler Kiez“. Dazu tragen zum Beispiel großzügige Treppenanlagen mit Sitzgelegenheiten, Terrassen und Atrien bei, die der Aufenthaltsqualität dienen. Das Energiekonzept und die smarten Steuerungssysteme im Turm übertreffen gängige Standards bei weitem. Durch die Haustechnik im EDGE East Side zahlt der Turm mit einem reduzierten CO2-Fußabdruck in den vom Senat so ausdrücklich geforderten „Mehrwert für die Allgemeinheit“ ein – nur eben auf andere Weise als womöglich im Berliner Hochhausleitbild gefordert.
Das Berliner Projektentwicklungsgebiet Mediaspree erstreckt sich auf rund 3,7 Kilometer entlang des nördlichen Ufers der Spree zwischen der Michaelbrücke und der Elsenbrücke. Im Zentrum, an der Oberbaumbrücke, ist nun das EDGE East Side der Eyecatcher. Das Leitmotiv des Bebauungsplans dieses Areals ist zwar „rough & wild“. Doch im Inneren ist das Gebäude das Gegenteil: „clean & orderly“, aufgeräumt und geordnet – oder mit anderen Worten: elegant. Das zeigt sich unter anderem an Wandflächen, in die die Türen oberflächengleich eingebaut sind. Zeroline ist eine vollständig verdeckte Aluminiumzarge, die so in die Wand integriert wird, dass sie fast unsichtbar ist und eine rahmenlose, flächenbündige Optik erzeugt. Für den Einsatz im Bürogebäude ist vor allem Zeroline function relevant. Die verdeckt liegende Zarge ist für ein- und zweiflügelige Türen ausgelegt und mit Türblattdicken von 50, 70 und 73 Millimeter kombinierbar. Sie lässt sich mit T30-Brandschutz, Rauchschutz, Schallschutz bis Rw = 42 dB, Einbruchhemmung RC 2 sowie Feuchtraumeignung ausstatten – ein Funktionsspektrum, das typische Anforderungen moderner Büro- und Verwaltungsbauten abdeckt.
Standort: Tamara-Danz-Str. 13, Berlin, DE
Architekt (Entwurf): BIG, Kopenhagen, DK
Architekt (Ausführung): AUKETT + HEESE, Berlin, DE
Bauherr: Edge, Amsterdam, NL
Eigentümer: Allianz, München, DE & Bayerische Versorgungskammer, München, DE
Asset Manager: PIMCO Prime Real Estate, München, DE
Generalübernehmer: Ed. Züblin AG, Berlin, DE
BGF: ca. 85.000 m²
Fertigstellung: 2023
Fotos: Laura Thiesbrummel, München, DE
Hörmann Produkte: ShopRoller SR65-7 mit 7 mm Rundlochung, 2-geteilte Stahlumfassungszarge zum nachträglichen Einbau
Verarbeiter (Schörghuber): ASBE, Berlin, DE
Schörghuber Produkte: Schallschutztüren Rw = 37 dB mit verdeckter Aluminiumzarge Zeroline function, Feuchtraumtüren, Vollspantüren 1- und 2-flügelig