home
Kontakt
Möchten Sie ein mit unseren Produkten realisiertes Projekt einreichen, haben Sie Fragen oder Anregungen? Melden Sie sich über portal@hoermann.de
Abo
Möchten Sie zukünftig alle PORTAL Ausgaben kostenfrei per Post erhalten? Registrieren Sie sich hier.
share
Klassisch

Nationalmuseum in Oslo

von Klaus Schuwerk (Kleihues + Schuwerk)

Klaus Schuwerk, der Autor des neuen Nationalmuseums in Oslo, ist ein Architekt von derart „alter Schule“, dass er fast schon ein Anachronismus ist. Diese Haltung, sein deutscher Ursprung mit unzeitgemäßer Beharrlichkeit und die inzwischen süditalienische Heimat wurden für den Architekten und seine Auftraggeber zur Herausforderung. 


Standort: Brynjulf Bulls Plass 3, Oslo, NO
Architekt: Klaus Schuwerk (Kleihues + Schuwerk), Neapel, IT
Fertigstellung: 2022
Hörmann Produkte: Automatische und feststehende Poller
Schörghuber Produkte: T90 Brand-/Rauch-/Schallschutztüren, T30 Brand-/Rauchschutztüren, T30 Brand-/Rauch-/Schallschutz-Massivholz-Rahmentüren, Vollspantüren, Pendeltür, Schallschutztüren, T90 Brand-/Rauch-/Schallschutztüren, Einbruchhemmende Spezialtüren, T30 Brand-/Rauch-/Schall-/Einbruchschutztüren, Schallschutztüren Access, Schallschutz-Massivholz-Rahmentüren, Brand-/Rauch-/Schallschutztüren, Festverglasungen, Faltstockzargen, Massivholzstockzargen


Perfektes Detail durch sorgsame Bearbeitung des norwegischen Natursteins.

Oslo ist erst neuerdings eine wirkliche Großstadt. Im 19. Jahr­hundert lebten dort nur wenige tausend Seelen. Das änderte sich 1905 mit der Unabhängigkeit von Schweden. Seither ging es erst ganz langsam und dann schließlich schnell und steil bergauf. Dank Gas und Erdöl ist das Land inzwischen auch reich, wirklich sehr, sehr reich. Und in Oslo ist dies überdeut­lich zu sehen. Als wäre es die nordische Ausgabe eines Staates am Persischen Golf, ist die Bucht des Oslo-Fjords neuerdings mit spektakulärer Architektur gepflastert. Renzo Piano setzte nicht etwa ein Einkaufszentrum ans Ufer – auch wenn es sehr stark danach aussieht –, sondern ein Museum für die Kunstsammlung einer steinreichen Reeder-Familie.

Kein Spektakel
Estudio Herreros aus Spanien baute für das Gesamtwerk des norwegischen Überkünstlers Edvard Munch ein hochragendes Ausstellungsgebäude, und Norwegens sicher prominentestes Büro Snøhetta ließ die neue Oper gleich einem glitzernd-weißen Eisberg ans Ufer der Bucht treiben. Als es schließlich darum ging, der norwegischen Kultur ein neues Nationalmuseum zu errichten, war eigentlich wieder nur ein weiteres Beispiel internationaler Spektakel-Architektur zu erwarten. Es kam ganz anders. Denn den Wettbewerb gewann 2009 nicht eines der internationalen Großbüros. Es siegte der deutsche Architekt Klaus Schuwerk, der in der Altstadt Neapels lebt und arbeitet. Vor allem aber ist Schuwerk in architektonischer Hinsicht so ziemlich das Gegenteil der Libeskinds oder Zaha Hadids, die sonst all die nach Aufmerksamkeit strebenden Metropolen zuverlässig mit Markenarchitektur versorgen. Da sich der norwegische Staat der Ausführungskompetenz eines Großbüros sicher sein wollte, gewann Schuwerk die letzte Verfahrensrunde 2010 gemeinsam mit Jan Kleihues, und zusammen realisierten sie ein Gebäude, das in Oslo einen Kontrapunkt setzt. Bis auf das „Alabasterhalle“ genannte oberste Geschoss ist das Museum von vornehmer Zurückhaltung. Statt marktschreierischen Spektakels bietet der Bau eine städtebauliche Einbindung und eine Piazzetta hinter dem Alfred-Nobel-Institut und vor dem Haupteingang.

Echte Architektur
Es versteht sich nicht als architektonische Skulptur, die umrundet und bewundert werden will. Es will ein Bauwerk sein, das den Menschen selbst eine Bühne bietet – ganz in der Tradition klassischen italienischen Städtebaus, auf den sich Schuwerk beruft. Außen wie im Inneren ist es der bewusste Einsatz und die perfekte Verarbeitung von Werkstoffen wie dem heimischen Naturstein, die fasziniert. Wie viel architektonischer Durchhaltewillen nötig war, dies alles durch die Mittelmaß-Mühlen des Projektmanagements hindurchzuretten, lässt sich nur erahnen. Allein die hochkomplexe Fassaden-Konstruktion des Alabastergeschosses wurde erst möglich, nachdem entdeckt wurde, dass eine ähnliche Verbundkonstruktion aus Gläsern und dünnem Marmor in einem Apple-Store in China schon einmal eingesetzt wurde. Dass in Oslo zusätzlich die allerhöchste Stufe des Einbruchsschutzes gewünscht war, machte die Sache kaum einfacher. 2004 hatte ein Dieb den weltbekannten „Schrei“ Edvard Munchs so einfach aus dem alten Nationalmuseum getragen – und die Verantwortlichen offenbar nachhaltig traumatisiert.
Doch nun leuchtet das semitransparente Obergeschoss in der norwegischen Dunkelheit (auf diesem Breitengrad ist es sehr oft sehr dunkel) und beweist, dass ein großes Budget nicht immer nur Spektakel hervorbringen muss, sondern mitunter auch noch echte Architektur.

Eine breite Treppe führt hinab zum Foyer des Museums.
Die Wände der Ausstellungsräume sind in unterschiedlichen Farben gestrichen, um die Orientierung zu erleichtern.
Tagsüber sieht die Alabasterhalle von außen geschlossen aus – ganz anders von innen: Hier reicht das Tageslicht, um die Transparenz der Hülle zu zeigen.
In der Alabasterhalle finden wechselnde Ausstellungen statt.

Schörghuber Expertise:
Sicherheit und Brandschutz

1994 sorgte der Raub von Edvard Munchs weltberühmtem Gemälde „Der Schrei“ aus der Nationalgalerie Oslo für Aufsehen. Heute ist die Wahrscheinlichkeit eines solchen Coups deutlich gesunken. Denn das neue Nationalmuseum für Kunst, Architektur und Design als Zusammenschluss von mehreren staatlichen norwegischen Museen hat als Nachfolger höchste Ansprüche an die Sicherheit der Ausstellungsstücke. Entsprechend hochwertige Türen von Schörghuber schützen die sensiblen Bereiche des Museums. Sie sind mit modernster Sicherheitstechnik ausgestattet, mit einer Türblattdicke bis zu 91 Milli­metern sehr robust und durch ein Furnier aus Eichenholz sehr wertig im Erscheinungsbild. Neben den Türen mit Einbruchhemmung RC 2 und RC 3 sind Türen für viele weitere Funktionen von Schörghuber geliefert worden. Ein Teil davon ist mit einer Brandschutzfunktion in T30 bis T90 ausgestattet. Viele dieser Türen haben ein sehr großes Öffnungsmaß: Bis zu 4,81 Meter sind sie hoch. Viele weitere Türen in verschiedensten Ausführungen zeigen die Bandbreite an Produkten, die Schörghuber anbieten kann.

Standort: Brynjulf Bulls Plass 3, Oslo, NO
Bauherr: Norwegisches Kulturministerium, Oslo, NO
Architekt: Klaus Schuwerk (Kleihues + Schuwerk), Neapel, IT
Brutto-Grundfläche: 54.600 m²
Kosten: 800 Mio. €
Fertigstellung: 2022
Fotos: Ivar Kvaal, Oslo, NO / Laura Thiesbrummel, München, DE
Verarbeiter: Rapp Bomek AS, Bodø, NO
Hörmann Produkte: Automatische und feststehende Poller
Schörghuber Produkte: T90 Brand-/Rauch-/Schallschutztüren Rw = 37 dB und 42 dB, T30 Brand-/Rauchschutztüren 2-flügelig, T30 Brand-/Rauch-/Schallschutz-Massivholz-Rahmentüren Rw = 42 dB, Vollspantüren, Pendeltür, Schallschutztüren Rw = 37 dB und 45 dB, Holzpaneelwand, T90 Brand-/Rauch-/Schallschutztüren RW = 42 dB, Einbruchhemmende Spezialtüren RC 3, T30 Brand-/Rauch-/Schall-/Einbruchschutztüren Rw = 37 dB und RC 3, Schallschutztüren Access mit Rw = 37 dB, Ausführung 1- und 2-flügelig, teilweise mit Oberblende Lichtausschnitt, Kämpfer und Glasoberlicht, Schallschutz-Massivholz-Rahmentüren Rw = 37 dB, Brand-/Rauch-/Schallschutztüren Rw = 48 dB und 50 dB, Festverglasungen, Faltstockzargen, Massivholzstockzargen

XXL-Festverglasung in der Bibliothek.
Viele der Türen im Nationalmuseum stecken voller Technik, ...
... da sie höchsten Sicherheitsanforderungen gerecht werden müssen.
Die Maserung der gebeizten Türblätter aus Eiche ähnelt der des Steins – ist aber senkrecht ausgerichtet.
Grundriss Alabasterhalle
Grundriss Ausstellungsebene
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Eingangsebene
Schnitte
alle Themen
keyboard_arrow_up
News
Kataloge
Mediacenter
Texte / CAD / BIM
Architektenberatung