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Architektur und Kunst

Jochen Mühlenbrink

Es gehört sich zwar nicht, aber als Betrachter der Bilder von Jochen Mühlenbrink ist man doch dazu geneigt, die Werke des Künstlers anzufassen. Denn Mühlenbrink spielt mit den Sinnen des Kunstliebhabers: Der steht ratlos vor dem Bild und fragt sich: Ist das nun echt?

Trompe-l’Œil nennt die Kunstwelt diese – übersetzt: das Auge täuschende – Malerei. So stellt Jochen Mühlenbrink scheinbar leere Leinwände leicht versetzt zueinander an die Wand einer Galerie. Auf ihnen sieht der Betrachter nur den Schattenwurf eines Fensters – das allerdings gar nicht existiert. An einer anderen Wand stehen wieder einige Bilder derartig gestaffelt. Allerdings sind sie noch gar nicht ausgepackt, mit Luftpolsterfolien vor Beschädigungen geschützt, mit Farbkeilen gekennzeichnet, teilweise noch mit Versandetiketten und Bildminiaturen versehen. Doch auch das täuscht. Denn das alles ist „nur“ gemalt, und zwar äußerst detailreich, meist mit Öl oder Acryl auf Leinwand, teilweise aber auch auf Metall oder Holz. Der Kunsthistoriker Christian Malycha beschreibt es wie folgt: „Indem das Bild vorgibt, nichts darzustellen, zeigt es dennoch den gesamten Akt des Bildermachens. Alles ist da, was ein Bild ausmacht. Und zum malerischen Denken in Bildern offenbart es zugleich das betrachtende Denken über Bilder.“1 Der Betrachter macht sich also Gedanken; zum Beispiel: Wenn jemand die Rückseite eines Bildes malt, was ist dann eigentlich auf der „Vorderseite“ zu sehen? Mit einigen seiner Werke liefert der Künstler die Antwort gleich mit; sie heißen schlicht und ergreifend „Ohne Bild“. Bei anderen mag es den Betrachter reizen, „das Bild“ umzudrehen, um nachzusehen, ob sich dahinter nicht doch noch das „echte“ Bild verbirgt.

1 Christian Malycha in „Jochen Mühlenbrink. FRAGIL. Bilder einer Ausstellung“, Radius-Verlag, Stuttgart, 2013

Square, Öl auf Leinwand, 70 × 100 cm, 2017
OT (Lupo), Öl auf Leinwand, 80 × 60 cm, 2015

Künstler: Jochen Mühlenbrink
studierte bis 2007 als Meisterschüler von Markus Lüpertz an der Kunstakademie Düsseldorf. 2010 erhielt er den Förderpreis Malerei der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg, 2012 den Bergischen Kunstpreis des Kunstmuseums Solingen und der National-Bank Wuppertal. Seine Werke sind in über 50 Ausstellungen zu sehen gewesen. Jüngst beim Radius-Verlag erschienen ist ein Katalog seiner Werke im Rahmen einer Ausstellung des Stadtmuseums Oldenburg. Jochen Mühlenbrink lebt und arbeitet in Düsseldorf und Oldenburg.

ASPN
Spinnereistr. 7
04179 Leipzig
www.aspngalerie.de

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