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Expertise

Uwe Wurzer von Hörmann über Türen und Luftströmungen

Hochhausbauten stellen besondere Anforderungen an die Planer – das ist naheliegend. Uwe Wurzer, Bauleiter für den Bereich Feuer- und Rauchschutz bei Hörmann, berichtet über die Auswirkungen vom Kamineffekt auf das Schließverhalten der Türen und über eine Spezialtür, die Hörmann zusammen mit den Architekten entwarf.

Was war die Besonderheit bei der Türplanung im Berliner Hochhaus „Upper West“?
Mit dem Zuschlag für Hörmann erhielten wir auch das Wind­gutachten eines externen Sachverständigen, das sich mit den Luftströmen innerhalb des Gebäudes befasst. Diese Beur­teilung der Windverhältnisse im Gebäude war notwendig, damit die Architekten eine Möglichkeit entwickeln konnten, die Luftströme bewusst zu lenken.

Was für Luftströme können in so einem Gebäude auftreten?
Ein Hochhaus ist vergleichbar mit einem riesigen Kamin. Die Kaminwirkung kann immens sein – durch unterschiedliche Luftdruckverhältnisse kann ein großer Sog entstehen. Hinzu kommt, dass in einem Gebäude dieser Größe eine Rauch-Druck-Anlage (RDA) eingebaut werden muss, um im Brandfall die Fluchttreppenhäuser rauchfrei zu halten.

Welche konkreten Auswirkungen hat das auf Türen?
Das hatte Auswirkungen auf die Selbstschließung der Türen, denn alle nach derzeitigem Stand der Technik hergestellten Obentürschließer-Systeme funktionieren nur bei beidseitig ausgeglichenen Druckverhältnissen optimal.

Und das war auch der Grund, warum die Architekten zusammen mit Hörmann eine „Lamellentür“ entwarfen?
Genau. Im Liftlanding-Bereich der Hotelebenen planten die Architekten eine Tür, die aus optischen Gründen den freien Blick der Hotelgäste auf den Service-Bereich verhindern und gleichzeitig einen ungestörten Luftstrom für den Betrieb der RDA ermöglichen sollte. Sie planten diese Tür zunächst als Stahlblech-Türblatt mit einer Lamellen-Gitter-Füllung.


Zunächst? War das nicht der finale Entwurf?
Nein, denn es stellte sich heraus, dass eine solche Tür zwar herstellbar ist, aber nur einen freien Querschnitt von rund 35 Prozent ermöglicht. Aufgrund der erhöhten Anforderungen an den freien Querschnitt und um einen höchstmöglichen Luftdurchsatz zu erreichen, wurde diese Tür dann zu einem Hörmann Aluminium-Rohrrahmenelement mit einem Gitter-Einsatz der Firma Renson umgeplant.

Auf welcher Basis wurde diese Tür hergestellt?
Letztlich fiel die Wahl auf ein 1-flügeliges Aluminium-Rauch­schutzelement A/RS-100RS-100 mit einer 80er Bautiefe und einem Renson-Gitter Typ 483. Die Türen im 1. und 2. Ober­geschoss wurden behindertengerecht ausgeführt, was durch eine Drückerhöhe von 850 Millimeter und dem Einsatz eines Obentürschließers GEZE TS 5000 EC-Line realisiert wurde. Die übrigen Türen vom 3. bis zum 18. Obergeschoss erhielten die „normalen“ Schließer OTS GEZE TS 5000. Die Türdrücker sind hier auf der Standardhöhe von 1050 Millimeter montiert.

Vertikalschnitt
Blick-, aber nicht luftdicht: Die Sonderanfertigung besteht aus einem Hörmann Rohrrahmenelement und einem Gittereinsatz von Renson.
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