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Schulsport

Trainieren in der Eliteschule des Sports in München

von h4a Gessert + Randecker Generalplaner

„Beten sollte man darum, dass ein gesunder Geist in einem gesunden Körper sei“, meinte schon der römische Satiriker Juvenal. Die Münchner Eliteschule des Sports von h4a Gessert + Randecker vertraut nicht auf die Kraft des Gebetes, sondern bietet die architektonischen Voraussetzungen dafür.


Standort: Milbertshofen-Am Hart, München, DE
Bauherr: Landeshauptstadt München, Referat für Bildung und Sport, Baureferat Hochbau (Projektleitung)
Architekt: h4a Gessert + Randecker Generalplaner, Stuttgart, DE
Fertigstellung: 2016
Schörghuber Produkte: T30 Brandschutztüren, T30 Brand-/Schallschutztüren, 2-flügelige Vollspan-Schiebetüren, Massivholz-Rahmentür teilweise mit hochschalldämmender Doppelverglasung, Schallschutztüren, T30 Brand-/Rauchschutztüren, Nass- und Feuchtraumtüren sowie Vollspantüren, Massivholzstockzargen teilweise „Kita-Ausführung“, Faltstockzargen
Hörmann Produkte: Stahlumfassungszargen mit Schattennut, 2-geteilte Stahlumfassungszargen, Sporthallenzarge teilweise als Typ Fineline


Das großzügige Foyer dient zugleich als Mensa.

So sehen also künftige Olympiasieger aus? Was dem Besucher nach Schulschluss so alles aus dem Gymnasium München Nord entgegenströmt, das unterscheidet sich nicht wirklich von den Schülern auf dem Pausenhof jeder x-beliebigen Schule in Deutschland. Und doch wird hier die kommende Spitze des deutschen Sports zum Abitur geführt und womöglich auch noch zu olympischen Medaillen. Denn das Gymnasium an der Knorrstraße im Münchner Stadtteil Milbertshofen ist eine sogenannte „Eliteschule des Sports“. Ein Prädikat, das vom Deutschen Olympischen Sportbund vergeben wird und derzeit etwas mehr als 40 Schulen ziert.

Ausbildung von Spitzensportlern
Ziel dieser Schulen ist es, die Ausbildung und das Training von Spitzentalenten zu koordinieren und beste Voraussetzungen für sportliche Erfolge zu bieten – ohne deshalb die Schulbildung zu vernachlässigen. Teil eins des Planes geht offenbar auf, denn bei der vorletzten Winterolympiade in Sotschi besuchte ein Viertel der deutschen Olympioniken eine der Eliteschulen und holte 30 der damals 86 Medaillen. Damit dies auch in München klappt, steht den Mädchen und Jungen eine Schule zur Verfügung, die olympische Sportbedingungen bietet und zugleich eine neue architektonische Schulbauidee umsetzt. Städtebaulich steht das neue staatliche Gymnasium auf einer Schnittstelle. Die Bauten des BMW-Konzerns rücken bis dicht ans Schulgelände heran – und auf der anderen Straßenseite dominieren die Einfamilienhäuschen des eher kleinbürgerlich geprägten Stadtteils Milbertshofen.

Auf diese urbane Bruchstelle setzten die Architekten h4a Gessert + Randecker im Auftrag des Münchner Baureferats einen Komplex, der sich deutlich von traditionellen Schulen unterscheidet und schon am Haupteingang mit einer stilisierten olympischen Fackel des Münchner Künstlers Bruno Wank klarmacht, worum es hier geht. Denn der größte Teil des Geländes wird von Sportanlagen aller Art eingenommen, die auf die hier schwerpunktmäßig trainierten olympischen Sportarten abgestimmt sind: Die Dreifachturnhalle ist zehn Meter hoch und deshalb für Volleyballer wettkampftauglich. Und den Judokas bietet eine eigene Halle die idealen Bedingungen. Derzeit konzentriert sich die Schule auf zehn Disziplinen: Basketball, Bogenschießen, Judo, Leichtathletik, Schwimmen und Synchronschwimmen, Shorttrack, Tischtennis, Trampolinturnen und Volleyball.

Münchner Lernhäuser
Ein zentrales Hauptgebäude mit Aula, Bibliothek, Küche und Mensa verbindet die Sportstätten mit der eigentlichen Ganztagsschule. Gestalterisch voller Klarheit und (den Nutzern entsprechend) zugleich robust und dauerhaft entworfen, setzt die Schule auf ein neues Konzept. „Münchner Lernhaus“ nennt sich die schulpädagogische Idee, die auch gravierende architektonische Auswirkungen hat. Denn mit den drei „Lernhäusern“ werden kleine Schuleinheiten innerhalb der großen Schule gebildet. Räumlich ähneln sie den finnischen Schulbauten, deren Schüler in internationalen Leistungsrankings ja traditionell sehr gut abschneiden.

Klarheit und Transparenz
Auch in München wurden eher offene und multifunktionale Räume jeweils um ein zentrales Forum gruppiert. Kleinteiligkeit, verbunden mit formaler Klarheit und räumlicher Transparenz, soll das Lernen erleichtern. Das neue architektonische Konzept hat sich pädagogisch bereits bewährt. Deshalb hat der Münchner Stadtrat entschieden, künftig alle neuen Schulen der Stadt architektonisch als „Lernhäuser“ zu errichten – mit der Eliteschule des Sports als einem Vorbild.

Unauffällig: die Installation „Auf die Plätze“ von Stefan Wischnewski.
Gruppentische und Sitzkissen – für die Schüler des Gymnasiums München Nord ganz normal.
Nur die „Labore“ sind klassisch in Reihe möbliert.
In der Sporthalle trainieren die künftigen Olympioniken – und alle anderen Schüler.
Das Treiben in der Sporthalle lässt sich von den Fluren bestens beobachten.

Schörghuber Expertise:
Zahlreiche Spezialtüren

In Schulen geht es in der Regel recht lebendig zu – junge Menschen verfügen bekanntlich über sehr viel Energie. Damit die Schüler sich bei einem zu enthusiastischen Bedienen der Türen nicht an ihnen verletzen, sind die Türblätter und Massivholzstockzargen in manchen Bereichen mit abgerundeten Kanten versehen, wie sie auch oft in Kindertagesstätten verwendet werden. Die Schlösser der Türen sind mit sogenannten Flüsterfallen ausgestattet. Sie dienen der Geräuschdämpfung, wenn die Türen ins Schloss fallen. Einige der Türen sind Teil des Farbkonzepts der Architekten. Sie kennzeichnen durch kräftige Farben bestimmte Bereiche der Schule. Eine Besonderheit sind die auf der Baustelle verglasten transparenten Schallschutzwände. Sie flankieren die ebenfalls verglasten Türen der Klassenzimmer und weisen ein Schalldämmmaß von bis zu Rw,P = 53 Dezibel auf. Um diesen Wert zu erreichen, wurden zwei Scheiben – eine 57 Millimeter und eine 15 Millimeter stark – in eine 12,5 Zentimeter starke, schallentkoppelte Rahmenkonstruktion eingebaut. Außerdem lieferte Schörghuber noch etliche Massivholz-Rahmentüren mit großzügigen Glasausschnitten, die der lichtdurchfluteten Architektur dienen.

Standort: Milbertshofen-Am Hart, München, DE
Bauherr:
Landeshauptstadt München, Referat für Bildung und Sport,
Baureferat Hochbau (Projektleitung)
Architekt: h4a Gessert + Randecker Generalplaner, Stuttgart, DE
Bauleitung: köhler architekten + beratende ingenieure, Gauting, DE
Landschaftsarchitekt: Hackl Hofmann Landschaftsarchitekten, Eichstätt, DE
Kunst: Bruno Wank, München („Feuer und Flamme“) / Stefan Wischnewski, München („Auf die Plätze“)
Nutzfläche: ca. 11.000 m²
Fertigstellung: 2016
Fotos: Zooey Braun, Stuttgart, DE / Andreas Muhs, Berlin, DE
Verarbeiter: Baierl & Demmelhuber Innenausbau, Töging, DE
Schörghuber Produkte: T30 Brandschutztüren Typ 3/4, T30 Brand-/Schallschutztüren Rw,P = 37 dB Typ 13/14, 2-flügelige Vollspan-Schiebetüren Typ 2, T30 Brand-/Schallschutztür Rw,P = 45 dB Typ 5 und T30 Brand-/Schallschutz Rw,P = 37 dB Massivholz-Rahmentür Typ 25/27 teilweise mit hochschalldämmender Doppelverglasung bis Rw,P = 53 dB, Schallschutztüren Rw,P = 37 dB Typ 13/14 und Rw,P = 45 dB Typ 5, T30 Brand-/Rauchschutztüren Typ 16, Nass- und Feuchtraumtüren sowie Vollspantüren Typ 3, Massivholzstockzargen teilweise „Kita-Ausführung“, Faltstockzargen
Hörmann Produkte: Stahlumfassungszargen mit Schattennut, 2-geteilte Stahlumfassungszargen, Sporthallenzarge teilweise als Typ Fineline

Während die Türen ein Schalldämmmaß von Rw,P = 37 dB erreichen, haben die feststehenden Elemente bis zu Rw,P = 53 dB.
Die Türen sind wichtiger Bestandteil des Farbkonzepts in den unterschiedlichen Schulbereichen.
Die Schörghuber Brandschutztüren integrieren sich oberflächengleich in die Wand.
Nicht nur den Sport, sondern offensichtlich auch die Musik macht den Schülern viel Spaß.
Raumhohe Brandschutztüren mit Muschelgriffen dienen als Raumtrenner.
Vollspantüren fügen sich unauffällig in die Wand ein.
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