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Architektur und Kunst

Martin Kobe

Zwar studierte Martin Kobe Malerei in Leipzig, doch fast könnte der Eindruck entstehen, er habe in einem früheren Leben wenige Kilometer weiter in Dessau am Bauhaus ein Architekturstudium absolviert.

Martin Kobe malt Räume. Es sind Innenräume, Außenräume – aber vor allem Freiräume. Denn seine Bilder zeigen keine tatsächlichen Gebäude, sondern nur deren Versatzstücke. Wobei: Bestehender Architektur zuordnen lassen sich seine Motive auch nicht. Als der Moderne verpflichtete Architektur zwar erkennbar, aber nicht funktional. Ist das dann nicht doch schon Dekonstruktivismus? Die Onlineplattform „DerWesten“ nennt es in einem Artikel „futuristisch anmutender Perspektiven-Pluralismus“. Pluralismus deshalb, weil Kobe sich in seinen Bildern nicht auf eine Perspektive festlegen will. Durch verschiedene Fluchtpunkte erzeugt er eine Dynamik, die der Betrachter erst einmal verorten muss. Vergleichen kann man die Architektur Kobes am ehesten mit einem dieser reell erscheinenden Bilder, die man aus einem Traum mit in die Wirklichkeit nimmt: so scharf umrissen. Und gleichzeitig irgendwie unwirklich, in Auflösung begriffen. Dieser Effekt kommt nicht nur durch die irrationale Statik oder die unrealistischen Lichteffekte zustande, sondern auch durch unscharfe Bildpassagen, die sich wie eine Art blinder Fleck über Teile des Motivs legen. Perspektivwechsel und Unschärfe – sich in Kobes Bildern zu bewegen macht einem der Künstler nicht einfach. Aber warum auch? Schließlich ist man nur zu Gast und soll hier nicht einziehen. Darf man auch gar nicht, denn der Künstler selbst ist hier zuhause.

Ohne Titel, 2017, Acryl auf Leinwand, 100 x 80 cm
Ohne Titel, 2017, Acryl auf Leinwand, 100 x 80 cm
Ausstellung in der Galerie Jochen Hempel in Berlin.

Martin Kobe

Künstler: Martin Kobe

geboren 1973 in Dresden, DE

begann 1995 sein Studium der Kunst bei Arno Rink an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Nach fünf Jahren intensiven Studiums nimmt ihn Rink als Meisterschüler an. Drei weitere Jahre später beendet Martin Kobe das Studium und ist seither als freier Künstler in Leipzig tätig. Bei seinem Start half ihm das Karl Schmidt-Rottluff Stipendium. Seither bespielt er erfolgreich zahlreiche Ausstellungen, darunter auch viele Einzelausstellungen in Deutschland, den Vereinigten Staaten und Großbritannien.

 

 

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