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Kindeswohl

SOS-Botschaft für Kinder in Berlin

von Ludloff Ludloff Architekten

Eine „Botschaft für Kinder“, in der kaum Kinder zu sehen sind – dies ist ein Paradoxon, das aufgelöst werden will. Die Architekten Ludloff Ludloff errichteten gleich hinter dem Berliner Hauptbahnhof für die Organisation „SOS-Kinderdorf“ ein höchst vielfältiges Gebäude mit absolut eindeutigen Absichten – die man ihm jedoch nicht so ohne Weiteres ansieht.


Standort: Lehrter Straße 66, 10557 Berlin, DE
Bauherr: SOS-Kinderdorf e.V., Berlin, DE
Architekt: Ludloff Ludloff Architekten, Berlin, DE
Fertigstellung: 2017
Schörghuber Produkte: Vollspantüren, T30 Brand-/Rauch-/Schallschutztüren, T30 Brand-/Rauch-/Schallschutz-Massivholz-Rahmentüren, Massivholzstockzargen, Vollspantürblätter, Feuchtraumtürblätter, Schallschutztürblätter
Hörmann Produkte: 2-geteilte Stahleckzargen zum nachträglichen Einbau in Laschen-Klemm-Befestigung


Die kleineren Unterrichtsräume bieten maximale Transparenz.

Die SOS-Kinderdörfer zählen zu den wohl bekanntesten Hilfsorganisationen. In Deutschland gibt es zwölf SOS-Kinderdörfer, weltweit sind es 567 – und die spendenwilligen Deutschen sind mit ihren Patenschaften deren Hauptfinanziers. Dass die „Botschaft für Kinder“ in Deutschland, in Berlin-Moabit und in der Nähe des Regierungszentrums errichtet wurde, ist deshalb nur konsequent. Denn sozialpolitische Lobbyarbeit für Kinderrechte zählt hier zu den zentralen Aufgaben – neben der Fortbildung eigener Mitarbeiter und der Beratung von Hilfesuchenden. Vor allem widmet sich die Berliner Botschaft für Kinder jedoch den „ehemaligen Kindern“. Denn die Erfahrung zeigt, dass junge Erwachsene mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen nach dem Auszug aus dem Kinderdorf oft nur geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Die Botschaft für Kinder bietet mit ihrem integrierten Betrieb „Rossi“ Ausbildungs- und Arbeitsplätze im Eventmanagement, in der Gastronomie und in der Hotellerie.

Heterogene Architektur
Die Mischung der Funktionen machte es den Architekten nicht allzu leicht, dafür eine homogene Form zu finden. Sie versuchten es auch gar nicht erst, sondern entschieden sich dafür, die Heterogenität zum Thema zu machen. Das Bauwerk erhielt im EG und im ersten OG eine vollständig verglaste Pfosten-Riegel-Konstruktion – dahinter sind die öffentlichen Bereiche zu sehen mit Empfang, Restaurant und Hotelküche sowie den Tagungsräumen darüber.

Alle anderen Ebenen haben Fassaden in vorgefertigter Holztafelbauweise, hinter denen Beratung, Verwaltung und die beiden Hotel-Etagen untergebracht sind. Ein durchaus wörtlich zu nehmendes „Kleid“ aus textilen Membranen verhüllt den Baukörper, reicht aber nicht bis zum Erdgeschoss, sondern „umspielt“ den Rumpf des Hauses und lässt sozusagen bewusst die Waden frei, damit die Öffentlichkeit hier Einblick erhält. Wo es dagegen privater zugehen soll, da bleibt es den Nutzern überlassen, wie viel Offenheit sie bieten möchten. Die unten leicht ausgestellten Verschattungselemente lassen sich individuell verschieben, das öffentliche Bild der Botschaft bleibt niemals gleich.

Möbel aus „eigener Herstellung“
Materialwahl und Farben setzen im Inneren den erklärten Willen zur Heterogenität fort. Ein edles Kongresscenter ist dies nicht, dafür sieht es eindeutig zu sehr nach evangelischem Gemeindezentrum aus. Die sozialpädagogische Atmosphäre gewinnt aber auch nicht die Oberhand, denn die blitzende Showküche hinter den großen Fensterfronten vermittelt schon fast wieder den Eindruck eines Gourmet-Restaurants. Die Hotelzimmer sind bewusst einfach, fast mönchisch gehalten. Aber weil sie wiederum mit eigens entworfenem (und in SOS-Werkstätten hergestelltem) Mobiliar komplettiert werden, rücken sie schon wieder in die Kategorie der populären „Designer“-Hotels vor.

Vielfältiger kultureller Kontext
Dieses ständige Changieren der Atmosphären ist keineswegs Unentschlossenheit, sondern eindeutige entwerferische Absicht. Ludloff Ludloff nennen es die Methodik des „sowohl als auch“ und betten das Bauwerk damit ein in den mindestens ebenso vielfältigen kulturellen Kontext eines lokal verankerten, aber zugleich weltumspannenden Netzwerkes aus Kinderdörfern und SOS-Fortbildungseinrichtungen. Und wer sich dieser atmosphärischen Vielfalt hingeben will, dem sei eine Übernachtung im integrierten Hotel Rossi empfohlen. Das angenehme Gefühl, mit der Zimmerrechnung die Jobs der „ehemaligen SOS-Kinder“ in einer ansonsten verschlossenen Arbeitswelt zu sichern, gibt es gratis dazu.

Die Haustechnik wird vielerorts nicht versteckt. Teilweise schwächen Segel den entstehenden technischen Eindruck ab.
14 Eine markante Freitreppe führt auf die Galerie.
Freitreppe zum 1. Obergeschoss.
Das Hotel Rossi verfügt über 28 Gästezimmer.
Die Beratungs- und Verwaltungsebene befindet sich im 3. Obergeschoss.

Schörghuber Expertise:
Spezialtüren für jeden Anwendungsbereich

In der SOS-Botschaft ist eine Vielzahl von Türtypen von Schörghuber verbaut, die auf die unterschiedlichen Anwendungsbereiche abgestimmt sind: ein- und zweiflügelige Volltüren, Rahmentüren mit geringer Friesbreite für große Transparenz, Schallschutztüren für die Schulungsräume und Hotelzimmereingangstüren, Brandschutztüren sowie Feuchtraumtüren mit Stahlzarge für die Sanitärbereiche. So vielfältig die Typen, so vielfarbig sind die Türen gestaltet: Viele der 181 Schörghuber Türen sind mit einer Premium-Lackierung in hellem Rosa, Flieder, in dezentem Grün, Ocker und Oliv sowie in kräftigerem Rot und Braun versehen. Dabei orientiert sich die Farbgebung meistens an den Wandfarben in ihrer unmittelbaren Umgebung. Türen, die umgeben sind von Sichtbeton, wurden zum Beispiel in Seidengrau lackiert. Ein Teil der Türen – vor allem die Zimmertüren des Hotels – verfügen über farblich den Türblättern angepasste Stahlzargen. Stahlzargen sind besonders robust und halten dauerhaft hohen Belastungen stand. Die Bänder der Brand- und Rauchschutztüren aus Holz von Schörghuber verfügen über eine Stiftsicherung. Sie sorgt dafür, dass die Türblätter nicht einfach ausgehängt werden können.

Standort: Lehrter Straße 66, 10557 Berlin, DE
Bauherr: SOS-Kinderdorf e.V., Berlin, DE
Architekt: Ludloff Ludloff Architekten, Berlin, DE
Tragwerksplanung: Arup Deutschland, Berlin, DE
Lichtplanung: Licht Kunst Licht, Berlin, DE
Brutto-Grundfläche: 4354 m²
Fertigstellung: 2017
Fotos: Werner Huthmacher, Berlin, DE
Verarbeiter: Giese Trockenbau, Coswig, DE
Schörghuber Ansprechpartner: Frank Pankalla / Romuald Ohsmann, Berlin, DE
Schörghuber Produkte: Vollspantüren Typ 16, T30 Brand-/Rauchschutz-Massivholz-Rahmentüren Typ 25, T30 Brand-/Rauch-/Schallschutztüren Rw,P = 32 dB Typ 16, T30 Brand-/Rauch-/Schallschutztüren Rw,P = 32 dB 2-flügelig Typ 26, T30 Brand-/Rauch-/Schallschutz-Massivholz-Rahmentüren 2-flügelig Typ 27, Brand-/Rauch-/Schallschutztüren Rw,P = 37 dB 2-flügelig Typ 6, Massivholzstockzargen, Vollspantürblätter Typ 1, Feuchtraumtürblätter Typ 1, Schallschutztürblätter Rw,P = 32 und 37 dB Typ 1, Schallschutztürblätter Rw,P = 42 dB Typ 5, T30 Brand-/Rauchschutztüren Typ 3
Hörmann Produkte: 2-geteilte Stahleckzargen zum nachträglichen Einbau in Laschen-Klemm-Befestigung

Einige Türen haben Überbreite. Entsprechend sind sie an vier Bändern befestigt.
Durch die schmalen Friesbreiten gelangt über großzügige Glasausschnitte Licht ins Innere der Besprechungsräume.
Farblich perfekt integrierte Tür.
Schallschutztüren von Schörghuber bilden die Zugänge zum Tagungssaal.
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