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Architektur und Kunst

Jochen Plogsties

„Appropriation Art“ – so lautet ein zwar umstrittener, in der Kunstkritik aber etablierter Begriff für Kunst, bei der Motive von bereits bekannten Werken entlehnt sind. Jochen Plogsties‘ Definition seiner eigenen Arbeit passt in dieses Bild.

Er bezeichnet seine Werke als „Rückübertragung von Reproduktionen von Malerei“. In einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung relativiert Plogsties jedoch den Bezug zur Appropriation Art und konkretisiert: „Ich betrachte, ich beobachte etwas, ein Bild, ein Kunstwerk, etwas außerhalb von mir Liegendes, das etwas in mir anspricht. Mit der Malerei protokolliere ich meine Reaktionen darauf.“ Anders als dieses Zitat sind seine Bilder keine originalgetreuen Wiedergaben der Urheber. Vielmehr dienen ihm bereits angefertigte Reproduktionen als Grundlage für seine Werke. Dadurch konzentriert sich Plogsties‘ Wahrnehmung auf die ursprüngliche Komposition. Denn alles, was an handwerklichen und metaphorischen Ebenen das ursprüngliche Werk ausmacht, entfällt. Elementare Bestandteile des Bildes sind also durch die Reproduktion bereits verloren gegangen – dadurch entsteht Raum für Plogsties‘ Interpretation. So wird aus ein und demselben Motiv ein zwar oberflächlich sehr ähnliches, in seinem Kern aber dann doch neuartiges Bild. Besonders deutlich wird es an seinem Werk „untitled filmstill 15“ (Bild rechts). Im Original handelt es sich um eine von 69 Schwarz-Weiß-Fotografien der Künstlerin Cindy Sherman, die wiederum von Szenen aus Art-House-Filmen inspiriert sind. Bei Plogsties wird daraus ein farbiges Gemälde, überzogen mit einem arabischen Ornament in Form eines Pentagramms, das auf die kompositorische Idee des Originals Bezug nimmt.

33_16 (Melancholia), 30 x 21 cm, Öl auf Leinen, 2016 [Nach: Giorgio de Chirico, Melancolia, 79 x 63 cm, Öl auf Leinwand, 1912, Estorick Collection, London, Großbritannien. In: Kestnergesellschaft (Hg.), Giorgio de Chirico, Hannover 1970, S. 85.]
21_16 (untitled filmstill 15, 1978), 260 x 200 cm, Öl auf Leinen, 2016 [Nach: Cindy Sherman, untitled filmstill #15, 1978. In: The Complete Untitled Filmstills Cindy Sherman, New York 2003. S. 31.]

Jochen Plotgies

Künstler: Jochen Plogsties

geboren 1974 in Cochem, DE

studierte zunächst bei Friedemann Hahn an der Kunsthochschule in Mainz und anschließend bei Arno Rink an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Nach seinem Diplom im Jahr 2006 beendete er sein Studium erfolgreich in der Meisterklasse von Neo Rauch. Es folgten viele Ausstellungen – vor allem in Deutschland und in den Vereinigten Staaten – sowie Auszeichnungen wie der Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung. Jochen Plogsties lebt und arbeitet in Leipzig.

 

 

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