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Beispielgebend

Thünen-Institut in Bremerhaven

von Staab Architekten

Eine erfolgreiche Industrie benötigt eine vorausschauende Industriepolitik. Und diesen Weitblick verschafft sich die Bundesregierung im Falle des Fischfangs mit Hilfe des Thünen-Instituts. Staab Architekten entwarfen für das Institut in Bremerhaven in direkter Nachbarschaft zur fischverarbeitenden Industrie einen inspirierenden Neubau.


Standort: Herwigstraße 31, Bremerhaven, DE
Architekt: Staab Architekten, Berlin, DE
Fertigstellung: 2018
Schörghuber Produkte: Schallschutztüren, Rauchschutztüren, Brand-/Rauchschutztüren, Brandschutz-Nischentüren, Brand-/Rauchschutztüren mit Lichtausschnitt, Vollspan-Schiebetüren, Vollspantüren


Maritime Ausstellungsstücke geben dem Foyer Atmosphäre.

Ja, die Bundesregierung fällt ihre politischen Entschei­dungen auch auf wissenschaftlicher Basis. Und wenn das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft solch fundierten Rat braucht, dann ist das Thünen-Institut gefragt. Denn von Bremerhaven aus erforschen die beiden bundeseigenen Institute für Seefischerei und Fischereiökologie, wie beispielsweise Silikone aus unserem Shampoo über Abwässer, Flüsse und Meer erst im Kabeljau und dann schließlich im Fischstäbchen wieder auf unseren Tellern landen. Dass der Institutsneubau von Staab-Architekten in direkter Nachbarschaft zu den großen Fischverarbeitern „Frosta“ und „Deutsche See“ gebaut wurde, ist daher nur konsequent.

Geplant unbeweglich
Der Fischereihafen der Hansestadt ist unbestritten auch die Heimat der deutschen Heringskonserve. Dass diese aber als Inspiration für die Fassade des Thünen-Instituts gedient habe, wäre allenfalls Spekulation. Auf jeden Fall wird das Gebäude komplett von einer metallenen und so leicht wie regelmäßig gefalteten Fassade umhüllt. Obschon das Gebäude der Forschung dient, zitiert es durchaus auch die zeitgenössischen Industriebauten, deren Logistikzentren entlang der großen Verkehrswege nur so aus dem Boden schießen. So einfallslos deren Fassaden aber in aller Regel sind, so ausgefeilt ist die Hülle des Thünen-Instituts. Denn je nach Bedarf und Wetterlage schließen sich dessen Öffnungen für Fenster und Türen, bis es als öffnungsloses Metallobjekt direkt am Wasser stünde. Dies ist allerdings nur theoretisch so – denn bei näherem Hinsehen erweisen sich zahlreiche Türen und Tore als starr. Obschon zur Zierde mit Scharnieren versehen, sind die geschosshohen Klappläden doch geplant unbeweglich. Die in zweiter Fassadenebene dahinter liegenden Tore bleiben deshalb ganz allein der Witterung ausgesetzt. Was dort noch Dekoration ist, das funktioniert bei den Fenstern aber ganz tadellos. Wie die Feinmechanik der Fassadenelemente langfristig auf das raue Küstenklima voller Salz reagiert, das verfolgen die Meeresbiologen jetzt mit Interesse. Wird die Sonne zu blendend oder der Wind zu stark, schauen die Forscher nun durch die Streckmetallpaneele aus Aluminium von oben auf ihre Forschungsschiffe Solea, Clupea und Walther Herwig III, die auf der gegenüberliegenden Seite des Hafenbeckens vertäut werden müssen. Denn noch ist die alte Kaimauer des Instituts zu kurz. Was in aller Welt an wissenschaftlichen Proben gesammelt wurde, muss derzeit erst noch um das Hafenbecken herum, ehe es in den Kühlräumen und Wasserbecken im Erdgeschoss des Neubaus gelagert und in den Laborräumen darüber untersucht werden kann.

Prachtvolle Aussicht
Wer dagegen als Besucher kommt, betritt das Haus problemlos auf der Landseite durch eine doppelt geschosshohe Eingangshalle. Sie zelebriert eindrucksvoll den hohen Anspruch der Wissenschaft – und verteilt die Mitarbeiter und Besucher der Institute dann über Treppe und Aufzug in die eher nüchternen Büroetagen und Labore. Koppelfähige Konferenzräume dienen dort dem wissenschaftlichen Austausch. Lichthöfe und Besprechungsboxen sorgen für eine taugliche Arbeitsatmosphäre. Und ein ursprünglich als Bibliothek geplanter, besonders großzügiger Raum wird nun für gelegentliche Empfänge genutzt. Es wäre auch schade drum gewesen, die prachtvolle Aussicht durch Regale zu versperren. Von hier aus reicht der Blick nun über Fischereihafen und Weser fast bis zur Nordsee und damit in die Forschungsgebiete der Institute.

In der Dämmerung ergeben sich interessante Lichtspiele auf der gefalteten Fassade.
Hier stehen sie offen. Doch in geschlossenem Zustand lassen die Fensterläden den Baukörper als monolithischen Metallsolitär erscheinen.

Schörghuber Expertise:
Spezialtüren im Sonderformat

Als Hersteller für Spezialtüren kommt Schörghuber im Thünen-Institut die Konstruktion der besonderen Türen zu. So sind im Konferenzraum doppelflügelige Brand-/Rauch- und Schallschutztüren eingebaut, die bauseitig mit einer Eichenoberfläche bekleidet wurden und sich dadurch unauffällig in die ebenfalls in Eiche gehaltene Wand integrieren. Aufgrund des dadurch deutlich höheren Gewichts halten drei Bänder diese Türen. Ebenfalls optisch in diese Wand eingepasst ist eine nur 520 Millimeter breite, dafür aber 3190 Millimeter hohe Tür. Sie reicht somit bis zur Geschossdecke und muss auf ein Zargenstück verzichten, damit hinter ihr die flexiblen Trennwände verborgen werden können. Ebenfalls ein Sonderformat wurde für zwei weitere Brand- und Rauchschutztüren gewählt, deren Türblätter 1420 x 2610 beziehungsweise 1735 x 3000 Millimeter groß sind. Durch ihre Größe und das daraus resultierende Gewicht müssen sie sogar von vier Bändern gehalten werden. Teilweise sind die Türen mit einem Glasausschnitt versehen. Flächenbündige Glasleisten sorgen für ein geradliniges, schlichtes Design. Drei Schiebetüren komplettieren den Beitrag Schörghubers zu diesem Projekt.

Standort: Herwigstraße 31, Bremerhaven, DE
Bauherr: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und
Reaktorsicherheit, Berlin, DE, vertreten durch Bundesbau bei Immobilien Bremen AöR, Bremen, DE
Nutzer: Thünen-Institut für Seefischerei / Fischereiökologie, Bremerhaven, DE
Architekt: Staab Architekten, Berlin, DE
Generalplanung: SOW Planungsgruppe, bestehend aus Staab Architekten, Berlin, DE, und Winkels Behrens Pospich Ingenieure für Haustechnik, Münster, DE
Brutto-Grundfläche: 14.300 m²
Baukosten: 41,8 Mio. €
Fertigstellung: 2018
Fotos: Andreas Muhs, Berlin, DE
Schörghuber Produkte: Schallschutztüren Rw,P = 32 dB, Rauchschutztüren, T30 Brand-/Rauchschutztüren 1-flügelig, T30-Brandschutz-Nischentüren, T30 Brand-/Rauchschutztüren 2-flügelig mit Lichtausschnitt, Vollspan-Schiebetüren 1- und 2-flügelig, Vollspantüren, Schallschutztüren 1- und 2-flügelig Rw,P = 42 dB, T90 Brand-/Rauchschutztür mit Lichtausschnitt, Türdicke überwiegend 70 mm, teilweise verdeckt liegende Bänder, Lichtausschnitte, große Abmessung bis zu einer Höhe von 3000 mm, Bandgegenseite mit bauseitiger Aufdopplung, Faltstockzargen, Massivholzstockzargen

Einige Türen sind als geschosshohe T30-Nischentüren ausgeführt.
Dort, wo Türflügel im Wege sind, bieten sich einflügelige ...
Verdeckt liegende Bänder unterstützen die zurückhaltende Gestaltung des Innenraums.
Flächenbündig integrierte Glasleisten sorgen für eine edle Anmutung.
... oder zweiflügelige Schiebtüren an.
Hinter einer raumhohen Klappe lässt sich die Trennwand verbergen.
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